In Lausanne gibt es ein Langarmshirt, wenn man den Marathon läuft. Yvonne und ich haben das schon vor Jahren entdeckt und schon immer war dies auf unserer Wunschliste. Das Shirt, nicht unbedingt einen Marathon.
Aber zuerst haben wir den Ironman in Rapperswil gemacht, dann stand der Jungfrau-Marathon auf dem Programm, ja und dann – dann kam der Krebs, auch ein Marathon, aber in einer anderen Form. Als sich im Januar 2026 langsam zeigte, dass der Krebs Geschichte war und ich wieder länger und schneller laufen konnte, kam das Langarmshirt des Lausanner Marathons wieder zur Sprache. Jetzt wäre es schon an der Zeit, dieses endlich zu holen. Und so machten wir, was wir immer machten: Wir meldeten uns am Lausanner Marathon an, der ist ja erst im Oktober, das ist noch weit weg, Zeit zum Trainieren haben wir noch genug…
Wir hatten nicht genug Zeit. Wenn ich gewusst hätte, wie wenig Zeit wir noch hatten, ich wäre jeden Tag mit Yvonne gerannt. Unsere gemeinsamen Läufe waren geprägt von Lachen, Freundschaft und Leidenschaft. Leidenschaft fürs Laufen, aber auch für so viel anderes. Wir redeten über unsere Familie, über unsere Arbeit, schmiedeten Pläne fürs Altwerden. Bei unserem letzten Lauf zusammen hatte es nicht für die gewollten 30 Kilometer gereicht, es war einfach zu heiss und die Zeit war zu knapp. Und so sassen wir nach 26 Kilometern auf einer Treppenstufe, etwas müde, die Spätsommersonne brannte uns im Nacken und wir redeten. Darüber, dass diese 26 Kilometer nun einfach reichen mussten. «Das schaffen wir schon, und wenn wir nach 30 Kilometern leiden, dann leiden wir halt, wir haben schon Wilderes gemacht!» Wir redeten übers Laufen. «Warum machen wir das so gern?» Yvonne rieb sich die schmerzenden Waden, lachte und meinte: «Wegen dem Gefühl danach!» Und so trennten wir uns an diesem Abend des 6. Septembers im Wissen, dass wir diesen Lausanner Marathon schon schaffen und das Shirt so gut wie in unseren Händen ist. Am 8. September hat uns Yvonne für immer verlassen und hinterlässt nicht nur bei mir eine riesengrosse Lücke!
Die Läufe ohne Yvonne waren hart, die Freude fehlte und lange war ich mir nicht sicher, ob ich ohne sie diesen Marathon laufen möchte. So lange laufen und leiden, das macht keinen Spass und geht eigentlich nur mit der besten Freundin an der Seite. Aber das Langarmshirt – dieses Shirt – Yvonne hätte es so gerne gehabt. Als zwei Wochen vor dem Marathon die Startnummer in der Post lag, beschloss ich, diesen Marathon zu laufen. Für Yvonne, sie hätte dasselbe getan. Und mit dieser schönen Startnummer kam die Idee auf, dass doch eigentlich Yvonnes Kinder mitlaufen könnten. Wie bei ihrer Mutter musste ich nur die Idee in die Runde werfen und schon bald stand der Plan. Nico und Ronja kommen mit Thomas und mir nach Lausanne. Ronja wird mit der Startnummer von Yvonne gemeinsam mit mir ins Ziel laufen, wir holen uns dieses Shirt! Und weil ein Marathon etwas viel ist, wenn man sonst nicht so oft und weit joggen geht, beschlossen wir, die Strecke unter uns aufzuteilen.

Am Samstag, den 24. Oktober sitzen somit vier Leute zusammen im IC nach Lausanne, die eigentlich nicht viel miteinander zu tun haben. Beide Seiten etwas nervös. Thomas und ich, weil wir uns verantwortlich fühlen für die beiden Jungen und wir ihnen auch ein schönes Wochenende bereiten wollen. Und die beiden sitzen zwei Alten gegenüber, die ihnen praktisch fremd sind. Die eine kennen sie nur in Laufkleidern, als sie mit ihrer Mutter davongerannt war, und den Mann daneben noch viel weniger. Mit Nicos Bemerkung «I ha denn no Jasscharte debi», entspannt sich die Stimmung jedoch sofort. Denn auch ich habe Spiele eingepackt, keine Jasskarten, ich kann nicht jassen, aber sonst ein paar tolle Spiele, weil ich am Abend vorher verzweifelt etwas gesucht habe, falls die Stimmung komisch sein sollte. Nach mehreren Runden «Stadt, Land, Vollpfosten» sind wir uns schon viel vertrauter. In Lausanne beschliessen wir, zuerst zum «Laufdörfli» zu gehen, um dort das Shirt zu holen.
Es ist kurz vor sechs, es hatte nur noch wenige Leute und so können wir uns in Ruhe die passende Grösse aussuchen. Wir entdeckten auch noch einen Stand, an dem man auf das Shirt nachträglich noch den Namen auf den Rücken drucken kann. Für mich sofort klar, da kommt Yvonnes Name drauf. Und Nico und Ronja beschliessen, auf ihr Shirt alle drei Namen zu drucken: Yvonne, Nico, Ronja. Schliesslich laufen sie alle mit. Die Freude über das schöne Shirt beflügelt uns in unserem Unternehmen – das kommt gut! Wir checken im Mövenpick Hotel ein und suchen danach ein gutes Restaurant, um den zweiten Schritt von Yvonnes und meinem Plan durchzuführen: Einen Haufen Spaghetti essen und ein Glas Rotwein trinken, egal ob das empfohlen ist oder nicht.
Den Haufen Spaghetti futterten wir alle, das Glas Rotwein nur die Alten. Und dann geht es in die Heja für uns vier – alle ziemlich nervös, obwohl unser Plan akribisch genau durchdacht, besprochen und berechnet worden ist.
Das Wetter am 25. Oktober ist, wie es die Wetterprognosen versprochen haben, schlecht. Es nieselt, es windet und wir können so oft auf den Radar schauen, wie wir wollen, besser wird es nicht – eher schlechter! Im Frühstückssaal hat es viele andere Läufer und Läuferinnen, alle schauen etwas missmutig nach draussen, wo bereits andere Lauffreunde dem Ziel entgegenstreben, alle warm und wasserdicht angezogen. Schon gemein, es ist wirklich nur diesen Sonntag so schlechtes Wetter. Beim Frühstück wird ein letztes Mal durchgesprochen, was wir schon so oft durchgesprochen haben, dann geht es los. Ab in die Laufkleidung, packen und an den Start. Brrr, ist das kalt, aber immerhin regnet es nicht. Zum Start geht es wie so oft in Lausanne steil den Högger hinauf, was gut ist, denn so merke ich, dass ich mit der Weste zu warm habe. Wie gut sind Nico und Ronja mit uns, so können Thomas und ich ihnen alles in die Tasche geben und falls wir frieren, haben sie in Vevey trockene Kleidung griffbereit. Als wir das Startgelände erreichen, überkommt es mich! Ich bin hier – ohne Yvonne. Schluchzend sacke ich neben einem Baum in mich zusammen, sie fehlt mir so! Ich muss so fest weinen, dass ich Nasenbluten bekomme und es dauert eine Weile, bis ich mich gefangen habe. Dann aber reisse ich mich zusammen, ich will den beiden nicht noch grösseren Kummer machen.
Wir sind uns schon recht vertraut geworden, so können wir während des Wartens bereits grinsend darüber austauschen, dass diese Läufergesellschaft schon geprägt von «extrem komischen Gestalten» ist. Ausser wir vier, wir sind normal und sehen gut aus! (Dass mir meine Chemolocken in alle Richtungen stehen, sehe ich erst am Abend auf der Heimfahrt auf einem Foto). Dann ist es Zeit, wir müssen in unseren Startblock, das Adrenalin rauscht im Blut, irgendwie tut es gut, ich war lange so traurig, jetzt spüre ich, wie die Energie zurückkommt. Ronja und Nico winken und versprechen rechtzeitig für die Übergabe in Vevey zu sein. Thomas und ich stellen uns in den Startblock 3, Musik tönt aus den Lautsprechern, das Lauffieber packt mich und gleichzeitig laufen mir nochmals heisse Tränen übers Gesicht. «Für dich Yvonne!» denke ich und mit dem Startschuss geht es um 10:11 Uhr los Richtung Vevey.
Die Strecke ist schön, die Strasse am See entlang wurde gesperrt und man hat genug Platz, um zu laufen. Ich bin schon lange nicht mehr zusammen mit meinem ruhigsten Ehemann der Welt gelaufen und es ist schön mit ihm zusammen diesen Marathon unter die Füsse zu nehmen. Trotz des Regens hat es Besucher links und rechts, die uns anfeuern. Allez Miriam, allez……Yvonne!» hören wir, jedes Mal mit einer verdutzten Pause, weil der Name auf der Startnummer nicht recht zu dem Läufer im LSV-Shirt passen will. Ich darf nicht zu schnell laufen, schwierig, da Thomas natürlich schneller könnte und manchmal vergessen wir, dass ich meine Kräfte einteilen muss. Aber wie es auch mit Yvonne der Fall gewesen wäre, beginnen wir ein wenig zu plaudern, während wir im Gleichschritt Vevey entgegen traben. Wir reden über das Laufen, über unsere Kinder und über die herzigen Kinder von Yvonne. Wie schön ist es zu sehen, wenn der Nachwuchs so gut herausgekommen ist. Wie gern würde ich Yvonne das jetzt erzählen. Manchmal schweigen wir, blicken hinaus auf den stürmischen Genfersee, wo zurzeit nur die hartgesottenen Segler draussen sind. Auch im Regen ist diese Gegend wunderschön. Kurz vor Vevey beginnt es stärker zu regnen, kalt platscht es mir ins Gesicht, ich merke, wie meine Laune langsam sackt, ich beginne zu pfuttern. Zum Glück erwarten uns kurz vor Vevey Nico und Ronja, von weitem winken sie und strahlen. Die beiden fröhlichen Gesichter machen Mut und so laufe ich zügig an der Nestlé vorbei, mache die Kurve im Park unten am See und trabe wieder tapfer neben Thomas her zurück zu Nico und Ronja, die nun Thomas ablösen. Thomas ist ganz froh, dass er aus den nassen Laufsachen kann, er übergibt Yvonnes Startnummer Nico und wird mit Ronja nach Lutry fahren, wo sie ihren Bruder ablösen wird.
Für mich geht es nun weiter, ich bin etwas müde, aber jetzt schon jammern und das neben Yvonnes supersportlichen Sohn, das geht natürlich nicht. Tapfer halte ich noch 5 Kilometer durch, während Nico leichtfüssig neben mir herläuft. «Bei 25 Kilometern werde ich dann das erste Mal so richtig ausrufen», kündige ich ihm an. Er grinst auf den Stockzähnen und überlegt sich wohl bereits, was er dann machen soll. Als ich schon bei 24,5 Kilometern ausrufe, ein zweites Grinsen. Ich schäme mich etwas, dass ich schon so ausgekotzt bin. Zuerst versuche ich es zu vertuschen, dass ich nicht mehr kann. Ich verschwinde in einem Toi Toi, damit ich etwas zum Verschnaufen komme, dann tue ich so, als müsse ich dringend ein Foto von Nico machen (da muss ich natürlich anhalten, sonst verzittert es), schliesslich aber gehen mir die Ausreden aus und ich muss meinem jungen Weggefährten die ungeschminkte Wahrheit sagen. «I mag eifach nümm! I mues e biz laufe!» Nico bleibt die Ruhe selbst, egal wie ich es handhabe. Ob ich ausrufe, jammere, fluche, er bleibt an meiner Seite und einmal meint er: «Für das bin ich da, moralischer Support.» Immer wieder werden wir angefeuert. «Allez Miriam – Allez Yvonne!» Es scheint die Zuschauer nicht zu stören, dass ein junger Mann mit der Startnummer Yvonne läuft, und so hören wir immer wieder Yvonnes Namen. Wir sind uns einig: Es ist so schön, das zu hören!
Bei Cully schlängelt sich der Weg hinunter zum See, wieder hinauf auf die Strasse und dann fast zwei Kilometer in die falsche Richtung! Wahrscheinlich, damit wir auf die obligaten 42,2 Kilometer kommen. Es regnet, ich bin so erschöpft und dass wir nun in die falsche Richtung laufen, zerrt an der Moral. Ich glaube, Nico hat auch langsam genug von der Jammertante neben ihm. «Ich freue mich so auf Ronja», meint er und ich stimme zu.
Wenn wir bei Ronja sind, dann sind es noch 6 Kilometer ins Ziel. Zuerst erblicke ich meinen ruhigsten Ehemann der Welt, Nico läuft voraus zu seiner Schwester, ich bin so froh, Thomas zu sehen, endlich kann ich ehrlich sagen, wie schlecht ich mich fühle. «Hubby, ich kann nicht mehr, alles tut weh, mir ist schlecht!» jammere ich. Die Liste ist lang, ich will noch so viel mehr jammern: Das nasse Shirt klebt am Bauch, rutscht doof hin und her! Das Scheissgeräusch, das meine nassen Schuhe machen geht mir so auf den Wecker, es regt mich auf, wie die Locken doof an der Stirn kleben, sowieso, warum sind diese Haare jetzt so pflatschnass, wo sie sonst wie Draht resistent gegen sämtliche Pflegeprodukte in alle Richtungen stehen? Die Bananen, Riegel, Schokoladen und Orangen rumpeln mir im Bauch, meine Laufhose scheint irgendwie geschrumpft zu sein, da komme ich wahrscheinlich nie mehr raus, die Startnummer stört mich und ausserdem ist sie schief, die Läufer vor und auch die hinter mir regen mich auf, einfach weil sie da sind und vor sich hin schnaufen und mit ihren nassen Schuhen auch so doofe Geräusche machen, die französische Sprache nervt mich, die Weinberge, diese rutschige Strasse, mein viel zu warmes Laufshirt, das wirklich nur für den Winter ist…..
Ronja schnallt sich Yvonnes Startnummer um und strahlt. «Komm! Das schaffen wir!» ruft sie mir zu. Ich raffe mich nochmals auf und Nico befindet, dass er uns begleitet. Mir ist, als hätte er meine ganze Schimpftirade, die ich normalerweise über seine Mutter in ungefiltertem Zustand hätte niederprasseln lassen, gespürt und befürchtet nun, dass es seine Schwester treffen könnte. Und so geht die Reise weiter mit Yvonnes Kindern links und rechts von mir. Beide fit und im Gleichschritt, ich in der Mitte und so ziemlich am Ende der Kräfte. Yvonnes Geist schlummert in Ronja. Sie findet die richtigen Worte, sie strahlt und meint mehrere Male: «Ich bin so froh, dass ich das machen kann!» Weil ich sowieso alles etwas verschwommen sehe, kommt es mir vor, als würde Yvonne neben mir laufen und mir Mut machen. «Das schaffen wir!» höre ich ihre Stimme. «Es ist nicht mehr weit!» Und so erreiche ich nach über 4 Stunden Lausanne.
Als wir das Ziel vor uns sehen, rennt Nico sogar etwas voraus, damit Ronja und ich sozusagen «freie Bahn» haben und Ronja mit der Startnummer ihrer Mutter ins Ziel laufen kann. Weil ich so am Ende bin, nimmt sie meine Hand, jetzt wird es richtig emotional. Ich muss weinen, vor Freude, weil ich es geschafft habe, aber vor allem, weil ich so dankbar bin, dass ich das mit Ronja machen kann. «Yvonne schau! Schau dir deine Tochter an! Sie trägt das Shirt, dass du dir so gewünscht hast! Und schau, ich habe den Marathon geschafft!» Nach der Ziellinie muss ich mich gleich setzen, alles tut weh. Alles! Ich sitze da, weine, weil ich meine Freundin vermisse und gleichzeitig so dankbar bin, dass ihre Tochter da ist und sich freut. Lieb schaut sie an mir herunter, hilft mir wieder auf die Beine und nebeneinander gehen wir weiter, wie eben zwei Freundinnen, die gerade den Marathon gemacht haben, sich freuen und stolz sind.
Nico ist auch schon im Ziel und winkt uns, eine Frau gratuliert mir und Ronja zum ganzen Marathon. Ronja hat Zweifel, ob sie diese Lorbeeren für sich einheimsen darf. Ich finde schon! Sie ist mit mir nach Lausanne gekommen, sie ist neben mir hergerannt und hat mich unterstützt und beide, Nico und Ronja, zeigten so viel Stärke, wie sie strahlend und mit so viel Lebensfreude für ihre Mutter gerannt sind.

Noch immer regnet es und wir sind alle bis auf die Knochen nass. Wir müssen so schnell es geht aus diesen nassen Kleidern, brauchen eine warme Dusche und dann etwas Richtiges zum Essen. Die Duschen befinden sich im Strandbad. Platz hat es genug, aber es ist kalt. Es fühlt sich aber unheimlich gut an, als wir endlich in trockenen Kleidern und Schuhen müde hinauf zum Bahnhof gehen. Ronja und Nico sind im Läuferhoch. Und auch ich habe mich endlich von dem langen Schimpfen, Jammern und Fluchen erholt. Da wir noch Zeit haben, gehen wir in den McDonald’s. Wir haben Hunger, die Jungen sowieso nach dieser Leistung.
Thomas und ich sind stolz auf die beiden, als wären es unsere Kinder. Nico hat soeben seinen ersten Halbmarathon gemeistert und Ronja ist 6 Kilometer mit einer Jammertante, die am liebsten heulend in den Strassengraben gehockt wäre, ins Ziel gerannt und das erst noch mit so einem Strahlen auf dem Gesicht.
Thomas erzählt noch, wie er es von Lutry aus zum Ziel geschafft hat – mit zwei Taschen, einem Regenschirm zuerst laufend, dann mit einem Mietvelo, dessen Pedale abfiel und dann mit einem anderen Mietvelo. Wir lachen und plaudern und wir spüren, wie dieses Erlebnis uns etwas zusammengeschweisst hat. Wir sind uns schon viel vertrauter und unsere traurige Herzen sind zwar noch schwer, aber das schöne Erlebnis hat geholfen, dass sie heilen können.
Müde sitzen wir schliesslich im IC zurück nach Frauenfeld. Nico schaut eine Vorlesung an seinem Laptop und damit er das schafft, kippt er noch einen Mate runter. Ronja zeigt mir, wie sie mit ihrem Föhn so schöne Locken machen kann. (Leider kann sie meine Locken damit nicht strecken.) Wir futtern eine ganze Rolle mit Keksen, dösen, hören Musik, denken an den Marathon. Die beiden Jungen reden über Ferienpläne, wir Alten überlegen uns, ob wir zu Hause grad ins Bett sollen oder es noch schaffen, eine Stunde aufzubleiben.
Glücklich, dass alles so gut gegangen ist, verabschieden wir uns schliesslich, Marc hat uns abgeholt und lädt uns zu Hause ab.
Ich liege eine Stunde später bereits im Bett und das erste Mal seit dem 8. September spüre ich so etwas wie Ruhe in meinem verwundeten Herzen. «Ich habe das Shirt, Yvonne. Ich habe den Marathon gemacht.» Und ich glaube, auch Yvonne ist diesen Marathon gelaufen, mit Ronja und Nico zusammen ist sie mit uns mitgelaufen. Denn hätte Yvonne ihre Kinder nicht genauso erzogen und begleitet, wie sie es eben gemacht hat, dann wären die beiden gar nicht mit uns nach Lausanne gekommen. Es war ein Marathon für Yvonne – mein letzter – ein schöner.
«Danke Yvonne. Du wirst mir auf den Laufrunden rund um Frauenfeld für immer fehlen. Aber vielleicht begleitet mich ja eines deiner Kinder auf einen Lauf, wer weiss. Das Zeug dazu haben sie, in jeder Hinsicht.»







